Historische Tourismus

Hängende Gärten von Babylon:

Die Hängenden Gärten von Babylon, auch als hängende Gärten der Semiramis bezeichnet, gehören zu den Sieben Weltwundern, von denen aber nur noch die Pyramiden von Gizeh erhalten geblieben sind.. Semiramis war die Ehefrau eines Sohns des assyrischen Königs Salmanassar III. (858-824), der König von Babylon wurde.
 Nach dem Tod ihres Mannes regierte sie das Land selber etwa vier Jahre als Königin.
 Das damalige Babylon lag am Euphrat etwa an der Stelle, wo sich die heutige irakische Stadt Babylon befindet. Aus Liebe zu seiner Frau und um die Illusion einer blumenbestandenen Hügellandschaft auferstehen zu lassen, soll der König um das Jahr 775 v. Chr. einen Garten bestehend aus sieben übereinander liegenden Terrassen mit einer jeweiligen Fläche von ca. 10.000 m2 bei einer jeweiligen Terrassenhöhe von ca. 30 m errichtet haben.
 Auf den einzelnen Terrassen ließ er exotische Bäume, Sträucher, Blumen und Kräuter anpflanzen.
 Die Bewässerung erfolgte mittels eines Bewässerungssystems mit dem Wasser des Euphrat. Die gesamte Anlage besaß das Aussehen eines hängenden Parks bzw. von hängenden Gärten. Die Mauern und Stützpfeiler des Stützbaus waren vorwiegend aus gebrannten Ziegeln erstellt. Unter den einzelnen Terrassen haben sich wahrscheinlich Gänge befunden.
 Der Unterbau jeder einzelnen Terrasse bestand, von oben nach unten dargestellt, aus drei verschieden Lagen, und zwar aus einer Lage aus Rohr mit Asphalt, darunter einer doppelten Lage aus gebrannten Ziegeln, die in einer Art Gipsmörtel eingebettet waren, und als letzte Schicht waren, um ein Versickern des Wassers zu verhindern, dicke Bleiplatten angebracht.
 Die oberste Schicht, auf der die Pflanzen wuchsen, bestand aus einer dicken Schicht aus fruchtbarem Humus. Es gibt allerdings ernsthafte Zweifel daran, dass die Gärten tatsächlich um diese Zeit errichtet worden sind. Man glaubt vielmehr, dass sie erst etwa um das Jahr 600 v. Chr. durch Nebukadnezar II. (604-562 v. Chr.) errichtet wurden.
 Die "Hängenden Gärten" wurden im Jahr 1899 zuerst von dem deutschen Architekten und bedeutenden Archäologen Robert Johann Koldewey (1855-1925) bei seinen Ausgrabungen in Babylon entdeckt.

Der Löwe von Babylon:

Der erste Eindruck ist eher einer von Masse als von Form. Aus einem Basaltblock gehauen und im Laufe dreier Jahrtausende verwittert, steht der "Löwe von Babylon" wie ein Findling am Rande des Ruinenfeldes von Babylon.
 Über die historische Bedeutung und Funktion des Löwen kann nur wenig gesagt werden. Seine Entstehung wird ungefähr auf 1300 v. Chr. datiert - eine Zeit, in der Babylon und ganz Süd-Mesopotamien von den Assyrern aus dem Norden des Zweistromlandes beherrscht wurde.
 Eine Zeit von Aufständen und Niederschlagung derselben. 1239 wurde dabei Babylon ein weiteres (und nicht das letzte) Mal zerstört. Damit erhält die Skulptur des Löwen ihre eigene Signifikanz, denn alles, was deutsche Archäologen Anfang des 20. Jh ausgruben, war jünger, aus der neu-babylonischen Epoche um 600 v. Chr. Der Löwe ist das Symbol für Babylon, darüber informiert auch der Prophet Daniel aus dem Alten Testament. Ein Babylon, das durch die Jahrhunderte hindurch andere Völker unterwirft und periodisch selber unterworfen wird.
 In der Tierfigur, die allein mit ihrer körperlichen Überlegenheit die Figur eines Menschen niederzwingt, finden wir das Imaginäre für beide Seiten des ewigen Kampfes. Eine Beschwörung der unmittelbaren, weil sprachlosen Gewalt und eine Erinnerung an die - traumatische - Ohnmacht, die diese Gewalt beim Bezwungenen hervorruft. Auf dem Rücken des Löwen ist eine breitflächige Einkerbung zu sehen - es wird vermutet, dass hier ein goldener Sattel aufgelegt werden konnte, der eine Statue der Göttin Ishtar trug.
 Ishtar ist die Göttin des Kampfes und des Sieges. Zugleich symbolisiert sie Liebe und Sexualität - für die Babylonier offensichtlich kein Widerspruch

Samara Malwiyya:

Das Minarett von Samarra ist das Minarett der einst größten Moschee in der islamischen Welt (die sog. Große Moschee von Samarra) und hat die Form einer Spirale, (deshalb ist es in der muslimischen Welt unter dem arabischen Ausdruck für Spirale bekannt: arabisch þal-Malwiya).
 Die Malwiyya steht in Samarra und erhebt sich 27 m vor der Großen oder Freitags-Moschee, die der Kalif 852 erbauen ließ, zu einer Höhe von 52 m.
 Die Moschee hatte einen rechteckigen Grundriss von 240 x 160 m. Der Hof war allseitig von Liwanen (Säulengängen) umschlossen.
 Samarra war seinerzeit Regierungssitz der Kalifen. Die Stadt am oberen Tigris erlebte ihre Blütezeit unter dem Kalifen Al-Mutawakkil (847–861). Obwohl Samarra nur zeitweilig Residenz der abbasidischen Kalifen war, sind die künstlerischen, literarischen und wissenschaftlichen Errungenschaften dieser Stadt in der arabischen Geschichte bis heute legendär.
 Die Malwiyya ist nicht zu verwechseln mit dem ähnlichen, aber kleineren Minarett der Abu-Dulaf-Moschee. Neuere Ereignisse [Bearbeiten]Die Malwiyya wurde in das Archäologie-Bewusstseins-Kartenspiel des U.S. Verteidigungsministeriums aufgenommen.
 Das Kartenspiel wurde erstellt, um das US-Militärpersonal über die Wichtigkeit des Respekts kulturellen Erbes während des Einsatzes im Irak und in Afghanistan aufzuklären. Am 1. April 2005 wurde die Spitze der Malwiyya durch eine Explosion beschädigt.
 Berichten zufolge griffen die Aufständischen den Turm an, weil US-Truppen sie als Aussichtspunkt benutzten. Die Wucht der Explosion riss links entlang der Rampe Ziegelsteinstücke aus.

 

Al-Ukhaidir Festung:

The Festung von Al-Ukhaidir oder Abbasiden-Palast Ukhaider ist rund 50 km südlich von Kerbela, Irak. Es ist eine große, rechteckige Festung errichtet im Jahre 775 n. Chr. mit einer einzigartigen defensiven Stil.
 Konstruiert von der Abbasiden-Kalifen as-Saffah Neffe Isa ibn Musa, stellt Ukhaidir architektonische Innovation in den Strukturen der Höfe, Residenzen und Moschee.
 Die Ausgrabungen in Ukhaidir wurden im späten 19. Jahrhundert von Gertrude Bell durchgeführt. Ukhaider war eine wichtige Station auf regionale Handelswege, ähnlich Atshan und Mujdah.
 Der Komplex besteht aus einem Primär-Halle, ein großer Iwan, eine Empfangshalle und Gesindehaus.
 Die Festung zeigt beispielhaft Abbasiden-Architektur im Irak durch den Nachweis der "despotischen und der lebenslustigen Charakter der Dynastie" in seiner großen Größe, aber beengten Wohnräumen.

 

Ur (Stadt):

Ur, der heutige Tell el-Muqejjir, ist eine der ältesten sumerischen Stadtgründungen und altes Zentrum in Mesopotamien (Zweistromland, im heutigen Irak).
 Eine Zikkurat des Mondgottes Nanna gehört zu ihren wichtigsten Bauwerken.
 Die Anfänge der Stadt reichen bis ca. 4000 v. Chr. zurück. Sie ist heute eine bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte.
 Die Stadt liegt in der Nähe der heutigen Stadt Nasiriya. Die Stadt [Bearbeiten]Durch diverse Ausgrabungen ist es möglich, ein recht gutes Bild vom Aussehen der Stadt zu gewinnen, die einst am Meer lag und ein wichtiger Hafen war.
 Im Norden der Stadt befindet sich der Bezirk des Mondgottes Nanna, der der Hauptgott der Stadt war. Hier steht die Zikkurat, die von Ur-Nammu um 2200 v. Chr. erbaut worden ist.
 Die sog. Standarte von Ur fand sich in einem der Königsgräber dieser StadtUm die Zikkurat herum befinden sich einige weitere bedeutende Bauwerke. Der Echursanga genannte Palast datiert in die 3. Dynastie von Ur und ist der Königspalast von Ur-Nammu und Schulgi.
 Das Egipar ist ein weiteres Heiligtum. Es war der Ningal geweiht und datiert auch in die 3. Dynastie von Ur. Etwa 200 m südlich der Zikkurat konnten die ältesten größeren Strukturen von Ur ausgegraben werden. Es handelt sich um die Königsgräber von Ur, die um 2600–2500 v. Chr. datieren, aber Teil eines ca. 2000 Gräber umfassenden Friedhofes waren. Einige der königlichen Grabanlagen fanden sich unberaubt (siehe: Puabi) und enthielten reiche Beigaben. Ganz in der Nähe dieses Friedhofes fand man auch die monumentalen Grabanlagen der Könige der 3. Dynastie von Ur. Im Süden der Stadt konnte ein großer Teil der Wohnstadt aus dieser Zeit ergraben werden.
 Die Häuser waren meist eher klein und hatten einen Innenhof. Es gibt mehrere Gassen, wobei es kaum Anzeichen einer Stadtplanung gibt. Nach der 3. Dynastie von Ur verlor die Stadt stark an Bedeutung. In der Kassitenzeit (im 14. vorchristlichen Jahrhundert) ist das Nannaheiligtum renoviert worden. In der Zeit der Assyrerherrschaft gibt es weitere Renovierungsarbeiten.
 Eine letzte kleine Blüte erlebte die Stadt in neubabylonischer Zeit. Der Nanna-Bezirk wurde stark erweitert und erhielt eine mächtige Mauer. Im Norden der Stadt wurde ein großer Palast für Belschaltinanna, einer Tochter von König Nabonid errichtet

 

Hatra:

Hatra war in der Antike die Hauptstadt eines mesopotamischen Kleinfürstentums im Machtbereich des Partherreichs.
 Aufgrund seiner Denkmälerfülle ist Hatra einer der aussagekräftigsten Fundorte der Partherzeit und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.
 Die Ruinen der Stadt liegen im heutigen Irak. Hatra liegt in der Hatrene, wie das Gebiet um die Stadt Hatra in Mesopotamien genannt wurde. Es stellte zu parthischer Zeit (bis 224 n. Chr.) ein Klientelkönigreich der Parther dar, das zum Machtbereich der Parther gehörte, jedoch von einem eigenen König regiert wurde. Auf diese Weise konnten die Arsakiden, die in Parthien herrschten, einen erheblichen Teil der Araberstämmer der Region kontrollieren. Am Rande der Steppe im weiteren Grenzbereich zwischen den Großmächten der damaligen Zeit, dem Partherreich der Arsakiden und dem Römischen Reich, bildete sich im 1. Jahrhundert nach Christus ein von nomadischen Stämmen getragenes städtisches Zentrum heraus.
 Der Name Hatra (aramäisch ) bedeutet in etwa "Umwallung" oder "Niederlassung".
 Die Stadt war eng mit dem Arsakidenreich verbunden. Im Verlauf des 2. Jahrhunderts wurde sie zu einer umwallten, über 300 Hektar umfassenden, in der Grundform einem Kreis angenäherten Anlage mit zentralem Temenosbereich (Tempelbezirk) ausgebaut.
 Bedeutung und Stärke Hatras werden u. a. deutlich in den mehrfachen, vergeblichen Versuchen römischer Kaiser (u. a. Trajan 117 und Septimius Severus 197 und 199), die Stadt zu erobern.
 In den sechziger Jahren des 2. Jahrhunderts nahm der Herrscher Hatras den Titel König der Araber an. Dessen Bedeutung ist in der Forschung umstritten. Höchstwahrscheinlich wurde der Titel vom arsakidischen Partherkönig verliehen, zu dessen Reich Hatra gehörte.
 Ruinen in Hatra 224/26 stürzten die Sassaniden im Iran die Arsakidendynastie. Hatra blieb wie Armenien der alten Dynastie treu und suchte nun offenbar die Unterstützung des Imperium Romanum: Drei Inschriften römischer Soldaten aus den Jahren 235 und 238 belegen die zumindest zeitweilige Präsenz kaiserlicher Truppen in der Stadt.
 Doch letztlich konnten die Römer, deren Reich seit 235 zunehmend durch andere Probleme gebunden war (siehe auch Reichskrise des 3. Jahrhunderts), den Fall Hatras nicht verhindern. Nach einer mindestens zweijähriger, enorm aufwändigen Belagerung nahm der Sassanidenkönig Ardaschir I. (oder erst sein Sohn Schapur I.?) die Stadt 240 oder 241 ein.
 Einer späteren Legende nach verdankten die Sassaniden ihren Sieg dem Verrat der Tochter des Königs von Hatra, die sich in Schapur I. verliebt haben soll und ihm einen Weg in die Stadt eröffnete. Wie neueste Untersuchungen zu den umfangreichen Belagerungsanlagen zeigen, zu denen auch die zweite Rundmauer um Hatra gehört haben dürfte, war der Fall Hatras aber wohl schlicht das Ergebnis der sehr systematischen Belagerung durch die Sassaniden, gepaart mit der Unfähigkeit der Römer und der nomadischen Verbündeten der Stadt, sie erfolgreich zu entsetzen.
 Die Eroberung Hatras war für die sassanidischen Perser eine wichtige Voraussetzung für die folgenden Attacken auf römisches Gebiet, die das Imperium Romanum in den Jahren bis 260 schwer in Mitleidenschaft ziehen sollten.

 

Das Irakische Nationalmuseum:

Das Irakische Nationalmuseum ist ein Museum in Bagdad. Es zeigt unschätzbare Fundstücke der Kultur Mesopotamiens. Gegründet wurde das Museum von der britischen Forschungsreisenden Gertrude Bell und kurz vor ihrem Tod 1926 eröffnet als das Archäologische Museum Bagdad. Nach dem zweiten Golfkrieg blieb das Museum bis 2000 geschlossen.
 Der ehemalige Generaldirektor Donny George Youkhanna floh 2006 in die Vereinigten Staaten. Am 23. Februar 2009 öffnete der irakische Premierminister Al-Maliki das Museum für einen Tag.
 Das Museum wurde mit internationaler Unterstützung erneuert und erweitert. Sammlungen [Bearbeiten]Wegen der archäologischen Reichtümer Mesopotamiens zählen die Sammlungen des Museums zu den wichtigsten weltweit; es umfasst wichtige Kunstgegenstände aus der mehr als 5000-jährigen Geschichte Mesopotamiens in 28 Galerien und Gewölben.
 Der Umfang beträgt mehr als eine halbe Million Einzelstücke. Der 1989 entdeckte Goldschatz von Nimrud wird nur als Fotoausstellung gezeigt; die mehr als 1400 Schmuckstücke lagern in der irakischen Staatsbank. Während des Irakkriegs entspann sich eine publizistische Kontroverse über den Umfang von Plünderungen; der britische Journalist David Aaronovitch fasste im Juni 2003 zusammen: Es gab einige Plünderungen und Schäden an einer kleinen Zahl von Galerien und Lagerräume, und das ist schwer genug. Aber im Laufe der letzten sechs Wochen wird allmählich klar, dass die meisten Objekte, die auf dem Display in den Museumsräumen gewesen war vor dem Krieg wurden entfernt.
 In einer Reportage für Die Zeit erwähnt Reiner Luyken neben dieser Vorsichtsmaßnahme allerdings auch den Verdacht, dass Museumsangestellte professionellen Dieben Zugang zu einem unterirdischen Tresor verschafft haben sollen, aus dem "5000 Amulette, Anhängsel und Schmuckstücke, dazu fast ebenso viele sumerische Rollsiegel" gestohlen wurden.
 Der Verbleib dieser Beute sei weitgehend ungeklärt, während die von Gelegenheitsdieben entwendeten Kunstwerke fast alle konfisziert oder freiwillig zurückgegeben worden seien. Neben diesen Plünderungen gab es auch Zerstörungen: In den Museumssälen hätten die "ausschließlich einheimischen Randalierer", so Luyken, "28 der 451 Schaukästen beschädigt"; Schwerpunkt sei jedoch die Verwüstung von Büroeinrichtungen gewesen, als "Racheorgie" gegen das Regime.

 

Ischtar-Tor:

Das Ischtar-Tor – eines der Stadttore von Babylon – sowie die Prozessionsstraße wurde in seiner endgültigen Form unter der Herrschaft von Nebukadnezar II. (605–562 v. Chr.) errichtet. Babylon war die Hauptstadt Babyloniens und lag am Euphrat im heutigen Zentral-Irak.
 Das Ischtar-Tor befindet sich seit 1930 im Vorderasiatischen Museum, das im Pergamonmuseum in Berlin untergebracht ist. Das Tor war Teil der Stadtmauern von Babylon, die nach einigen, insbesondere älteren Listen zu den sieben Weltwundern der Antike gehörten. Überreste des Tors in Babylon nach seiner AusgrabungBereits 1851-54 sammelten Mitglieder einer französischen Expedition auf dem Gebiet des Ruinenhügels el-kasr farbige Glasurziegelbrocken, die zu den Reliefs der Prozessionsstraße gehörten, zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht zugeordnet werden konnten. 1897 reisten der Architekt Robert Koldewey und der Orientalist Eduard Sachau schließlich im Rahmen einer Expedition im Auftrag der Königliche Museen zu Berlin zu dem Tell und erkannten die Bedeutung der glasierten Ziegel: „Bei meinem ersten Aufenthalt in Babylon am 3. und 4. Juni 1897 und bei meinem zweiten Besuche vom 29. bis 31. Dezember 1897 hatte ich viele Bruchstücke emaillierter Ziegelreliefs gesehen, von denen ich einige mit nach Berlin nahm.
 Die eigenartige Schönheit und die kunsthistorische Wichtigkeit dieser Stücke (...) trugen mit zu dem Entschluss bei, die Hauptstadt des babylonischen Weltreiches auszugraben“ erinnert sich Koldewey in seinem späteren Grabungsbericht. Es gelang Koldewey, die Schirmherren in Berlin von der Notwendigkeit einer groß angelegten Grabungskampagne zu überzeugen und schließlich erfolgte am 26. März 1899 der erste Spatenstich.
 Nach und nach wurden die wichtigsten Monumentalbauten Babylons ausgegraben und während der Grabungsarbeiten am Tempel der Göttin Ninmach fand man Reste farbig glasierter Ziegelbruchstücke mit Reliefs von Stieren und schlangenähnlichen Tieren, Reste der zum Tor gehörigen Ziegelreliefs.
 Daraufhin begann man von Juli bis Dezember 1902 gezielt, das Torgebäude frei zu legen und stieß auf einen Temennu, welche die These Koldeweys, es handle sich um das Ischtartor, bestätigte: „Nabu-kudurri-usur II., König von Babylonien, Sohn Nabopolassars, des Königs von Babylon, bin ich. Das Tor der Ištar habe ich mit blau glasierten Steinen für Marduk, meinen Herrn, gebaut (...) Gewaltige Bronzestiere und mächtige Schlangengebilde habe ich an seiner Schwelle aufgestellt. Mit Platten von Kalkstein und von (...)-Stein habe ich die Stiereinfassung (...) Marduk, erhabener Herr, ewiges Leben (...) gib zum Geschenk.“ Nachdem man gleich zu Beginn der Grabung erste Mauerzüge gefunden hatte, bei denen die Tierdarstellungen nicht mehr komplett waren, fand man bei tiefer gehenden Grabungen überraschender Weise weitere, vollständig erhaltene Darstellungen eines Schlangenwesens und eines Stieres, die zwar im Relief gearbeitet, jedoch nicht glasiert waren.
 Diese Reihen setzten sich nach unten fort, an der Nordseite des Torgebäudes reichten sie neun Schichten weit nach unten, was den Schluss nahe legte, dass das Tor verschiedene Bauphasen durchlaufen haben musste.

 

Die Madrasa AL Mustansiriyah:

Die Madrasa al Mustansiriyah wurde von der Abbasi Kalif Mustansir Billah in Bagdad an der Seite des Rusafa mit Blick auf den Tigris zwischen 625 Hijri entsprechend AD 1227 entsprechend 1234 n. Chr. erbaut.
 Er gilt als einer der alten arabisch-islamischen Universitäten für die Vermittlung der Wissenschaften der heiligen Koran, die Sunna des Heiligen Propheten Muhammad Friede sei mit ihm bekannt, Lehre der islamischen Jurisprudenz, arabische Linguistik, Mathematik, Medizin und religiösen Pflichten (Hikmat).
 Diese Schule wurde vor allem seine früheren und zeitgenössischen Schulen unterschieden.
 Vor der Madrasa-Tor gab es eine Uhr verwendet werden, um Zeiten der Gebete und Lesungen wissen.
 Die Madrasa al-Mustansiriya ist ein rechteckiges Gebäude mit einem Innenhof, der von Terrassen umgeben, und in der Mitte jeder Seite gibt es 6-Meter-weiten Hallen, die jeweils von zwei Klassenzimmern umgeben.
Studentenwohnheime bestand aus zwei Etagen und waren am Ende der Hallen.
 Der Architekt eingeschlossen alle Teile der Madrasa, wie Räume, Säle, Salons und Terrassen, von einem einzigen Frame umfasst alle von ihnen, und stellen Sie eine luftige und länglichen Innenhof im Herzen. Hörsäle wurden in der südlichen Seite, deren Decken sind zwei Stockwerken so hoch wie die gegenüberliegende Gebäude, das Zimmer über der Arkaden so hoch wie die Hörsäle sind besteht gebaut.
 Die beiden Gebäude sind durch einen zweistöckigen hohen Korridor getrennt, verbunden mit dem externen Hof durch zwei seitliche Öffnungen entgegen der Hauptwindrichtung. So platzt die Luft in unter dem Druck der äußeren Wind in den Gang der Vakuum zu füllen.
 Es scheint, das Gebäude entworfen wird, um die Luft in einem horizontalen Weg, der das Ausmaß, in dem die muslimische Architekten begriffen die Prinzipien der Aerodynamik, lange bevor die moderne Wissenschaft hat, um seine Details enthüllt erhalten.

Palast Taq-e Kisra:

Der Taq-e Kisra (oft: Taq-i-Kisra geschrieben, übersetzt: Bogen des Chosrau) ist eine sassanidische Palastruine in Mahuza, die das einzige überirdische Überbleibsel der historischen Stadt Ktesiphon im Irak bildet.
 Der Palast soll während der Regierungszeit des Sassanidenherrschers Chosrau I. (531–579)entstanden sein.
 Diese weit verbreitete These ist allerdings nicht endgültig geklärt, denn Gegenauffassungen schreiben den Palastbau Schapur I., einem Sassanidenherrscher (240/42-270) aus der Frühphase des Reiches zu, dessen Absicht es bereits gewesen sein soll, Ktesiphon zur Hauptstadt des Sassanidenreiches zu erheben, weshalb ein solches Gebäude benötigt worden sein soll. Nachdem Chosrau I. 560 die Weißen Hunnen geschlagen und mit Ost-Rom Frieden geschlossen hatte, ließ er seinen Palast ausbauen, wobei der Torbogen Taq-e Kisra erst entstand.
 Von dieser einst größten Sassanidenresidenz ist lediglich ein Bauwerkteil nebst dem Torbogen übriggeblieben.

 

Schanasheel Basra:

Es ist ein kultureller Gebäude im Irak aufgerufen (Shanasheel), im ersten Stock mit Steinen gebaut, während im zweiten Stock aus Holz gebaut.
 Für mich ist Shanasheel eine Herausforderung, weil und wie Sie sie sehen hat sehr seltsame Eigenschaften. Ich liebe diese Art von Gebäude, welches eine traditionelle Architektur darstellt

 

Festung, Arbil :

Eine Festung ist eine eigenständige Wehranlage von permanenter Bauart, die systematisch für die Verwendung von und den Schutz gegen Feuerwaffen eingerichtet ist. Festungen wurden seit dem 15. Jahrhundert als Reaktion auf den Einsatz schwerer Pulvergeschütze erbaut und waren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts üblich.
 Sie konnten der Grenz- oder Küstensicherung dienen, den Ausgangspunkt einer Offensive bilden und sich zurückziehende Heere aufnehmen.
 Darüber hinaus wurden manche Festungen als Verwaltungssitz, Gefängnis oder Aufbewahrungsort staatlicher Finanzreserven genutzt. Grundriss und Profil einer Festung richteten sich nach den Schusslinien der zur Verteidigung verwendeten Feuerwaffen, wodurch die weitgehende Vermeidung toter Winkel erreicht wurde.
 Sie setzte sich aus unterschiedlichen Werken zusammen, worunter einzelne Befestigungsanlagen wie Bastionen oder Wälle zu verstehen sind. Hinzu kamen Kasernen, Munitionslager, Zeughäuser und weitere Garnisonsgebäude. Eine Festung konnte zudem einen zivilen Bereich umfassen.
 Festungen wurden nach individuellen Befestigungssystemen erbaut, die als Manieren bezeichnet werden. Dabei handelte es sich in den meisten Fällen um spezifische Verwirklichungen des Bastionär-, Tenaillen- oder Polygonalsystems.
 Die sechs wichtigsten Manieren, anhand derer sich die fortifikatorischen Epochen des 16. bis 19. Jahrhunderts voneinander abgrenzen lassen, sind die alt- und neuitalienische, die alt- und neuniederländische und die alt- und neupreußische bzw. neudeutsche oder neuösterreichische.
 Viele erhaltene Festungsanlagen weisen Elemente verschiedener Manieren auf, da waffentechnische Fortschritte wiederholt zu baulichen Anpassungen zwangen. Das einzige bedeutende Definitionskriterium einer Festung ist die systematisch durchgeführte Ausrichtung auf die Kampfführung mit und gegen Artillerie. Neben Städten konnten auch Burgen, Schlösser und Klöster zu Festungen ausgebaut werden.
 Da hierbei die Berücksichtigung der vorhandenen Bausubstanz und der topographischen Gegebenheiten erforderlich war, bot üblicherweise nur die Neuerrichtung einer Festung in ebenem Gelände die Möglichkeit zur idealtypischen Umsetzung einer Manier.
 Der Ursprung der Begriffe Festung, Befestigung und Feste findet sich im mittelhochdeutschen Adjektiv veste im Sinne von "beständig, hart, stark", das sich zu dem neuhochdeutschen fest entwickelte. Eine vergleichbare Wortherkunft ist bei der Fortifikation und dem Fort gegeben, die auf das lateinische fortis für "fest, kräftig, stark" zurückgehen.

Irak als Durchgang zwischen zwei Ozeanen & Brücke zwischen drei Kontinenten

Der Irak ist ein Staat in Vorderasien, welcher an Kuwait, Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien, die Türkei, den Iran und den Persischen Golf grenzt. Bekannteste Flüsse des Landes sind Euphrat und Tigris, die höchste Erhebung ist der Gundah Zhur mit einer Höhe von 3.607 Metern. Dieser ist Teil einer 3.000 Meter hohen Gebirgskette, welche sich im Nordosten des Landes befindet.
 Der Irak ist ein eher ungewöhnliches Reiseziel, welches lange Zeit von Kriegen erschüttert wurde. Auch momentan tobt ein Bürgerkrieg im Land; als sicher kann man einen Urlaub hier also keineswegs bezeichnen.
 Dennoch ist der Irak ein kulturell reiches Land, welches dem Urlauber eine Vielzahl an interessanten Sehenswürdigkeiten bietet. Die Hauptstadt ist Bagdad; diese sollte man bei einem Urlaub im Irak wenn möglich besichtigen. Basra wiederum ist die wichtigste Hafenstadt im Land, hier befinden sich auch die meisten Ölquellen im Irak. Assur, eine archäologische Stätte, ist so bedeutend, dass es sogar auf der Kulturerbeliste der UNESCO steht.
 Diese Ruinenstadt ist immerhin geschätzte 4.700 Jahre alt. Weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist die Stadt Babylon, deren Reste man noch heute im Irak besichtigen kann. In der Antike zählte diese mit ihren Hängenden Gärten zu einem der Sieben Weltwunder.
 Das Klima im Irak kann man als Kontinentalklima bezeichnen – dieses ist gekennzeichnet von langen und heißen Sommern sowie kalten Wintern. Im Sommer sind Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius durchaus keine Seltenheit, während in den Wintermonaten die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken können. Für eine Reise in das Land eignen sich die Frühjahrs- und Herbstmonate am besten. Um in den Irak einzureisen, benötigen deutsche Staatsbürger ein gültiges Visum.
 Dieses berechtigt zu einem Aufenthalt von bis zu 30 Tagen im Land und kostet etwa 36 Euro. Zur Antragstellung sollte man einen gültigen Reisepass vorlegen können. Auch sollte man vor einer Reise in den Irak an die notwendigen Impfungen denken. Cholera, Tetanus, Typhus sowie Hepatitis A und B sind die Erkrankungen, gegen welche man sich wenn möglich impfen lassen sollte. Im Norden des Landes kann es zum Ausbruch der Erkrankung Malaria kommen; diese wird durch Mücken übertragen. Es empfiehlt sich also, ein Mückenspray im Reisegepäck zu haben.

Sulaimaniyya, Authentisches Erbe

Sulaimaniyya ist mit 807.614 Einwohnern, die zweitwichtigste Stadt der Autonomen Region Kurdistan im Irak. Sie liegt östlich der Hauptstadt der Region Kurdistan Arbil im Nordosten des Irak.
 Von den Kurden als Slemani bezeichnet, wird sie als Kurdistans „säkularste“, also mehr dem Weltlichen als dem Religiösen zugewandte Stadt bezeichnet.
 Sulaimaniyya wird oft als das „Paris des Irak“ bezeichnet, was an ihrem vitalen kulturellen Leben und an ihren boulevardartigen Straßen liegt. Sulaimaniyya wurde 1784 von dem kurdischen Prinzen Ibrahim Pascha Baban gegründet. Er benannte die Stadt nach dem damaligen Beylerbey von Bagdad Büyük Süleyman Pascha. Es wird aber auch noch gesagt, dass die Leute beim Aufbau dieser Stadt einen Ring gefunden haben, der angeblich dem Propheten Salomo gehört haben soll. Als Herrschersitz der Baban-Dynastie und Hauptstadt des Sandschaks wuchs die Stadt rasch und erlangte großen Einfluss. Sie hatte im Gegensatz zu anderen Städten der Region keine Stadtmauer und Tore.
 Es befanden sich zwei Militärkasernen in der Stadt. Als 1812 der armenischstämmige Brite Serovbe Kartnesi die Stadt besuchte, berichtete er von 15 nestorianischen, 12 armenischen, 4 jakobitischen und an die 4000 muslimischen Familien. Sulaimaniyya wurde sowohl zum wirtschaftlichen als auch zum kulturellen Zentrum dieser Region.
 Der Sorani-Dialekt des Kurdischen wurde hier zu Literatursprache entwickelt und breitete sich mit dem Einfluss der Stadt auch aus, so dass das Gorani hier verdrängt wurde.
 Nach dem Sturz der Baban-Dynastie 1851 und dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt dem Irak zugeschlagen. Von 1922 bis 1924 war die Stadt Hauptstadt des nicht anerkannten Königreiches Kurdistan, das von Scheich Mahmud Berzanci ausgerufen worden war. Ab 1990 stand die Stadt unter dem Schutz der Alliierten und konnte nach dem Zweiten Golfkrieg wieder aufgebaut werden. Sie wurde auch zum Sitz des Regionalparlaments der Patriotischen Union Kurdistans (PUK).
 Die Stadt ist auch das Zentrum der PUK. Darüber hinaus hat die Stadt eine Universität. In den letzten Jahren entwickelte sich die Stadt zu einer der schnellstwachsenden Städte des Iraks, wenn nicht gar zu derjenigen mit dem höchsten Bevölkerungswachstum; so sind in den letzten Jahren 30 neue Stadtbezirke entstanden.
 Die Grundfläche der Stadt wuchs zwischen 2002 bis 2006 um allein 61 % und dieses Wachstum hält an. Jedes Jahr entstehen etwa 20.000 neue Häuser und etwa 100.000 Menschen ziehen dazu. Mittlerweile entstehen Dutzende neue Gebäude, unter anderem ein neues Fünf-Sterne-Hotel, das bei Fertigstellung das höchste des Iraks sein wird und bereits jetzt den Spitznamen Mini Burj al Arab trägt. Andere geplante Projekte sind das größte Einkaufszentrum des Irak und die Qaiwan Twin Towers.
 Am 9. Juni 2004 wurde die umgebaute Bibliothek (jetzt: Zentralbibliothek) vom damaligen PUK-Premierminister Barham Salih eingeweiht.

Das antike Babylon im Süden von Bagdad

Eine noch längere Geschichte hat die Stadt Babylon südlich von Bagdad. Zur Zeit Mesopotamiens war Babylon das kulturelle und politische Zentrum. Später war Babylon Hauptstadt des gleichnamigen Stadtstaates. Unter der Herrschaft Alexander des Großen erlangte die Stadt weiteren Ruhm.
 Umgeben von einer doppelten Stadtmauer war sie vor Angriffen geschützt. Eines der neun Stadttore, das Ischtar-Tor, kann derzeit im Berliner Pergamonmuseum besichtigt werden.
 In die Stadt führte eine prächtige Prozessionsstraße. Ruinen des ehemaligen Königspalastes und des Marduktempels wurden bei Ausgrabungen freigelegt. Außerdem fand sich ein Götterberg, Zikkurat genannt.
 Auf diesen stufenartig erbauten Tempel geht wahrscheinlich die biblische Geschichte des Turmbaus zu Babel zurück. Auf dem Gebiet des Königspalastes waren vermutlich die Hängenden Gärten der Semiramis angelegt. Diese aufwendig errichtete Gartenanlage gehört zu den Sieben Weltwundern der Antike.
 Neben den Ruinen Babylons lohnt sich ebenfalls ein Besuch der Ruinenstadt Ur, der Geburtsstadt Abrahams, sowie Uruks. Letztere stellt eine der ältesten Großstädte der Welt dar, in der außerdem die ältesten bekannten Schriften der Menschheit gefunden wurden.
 In der Nähe von Mosul, im Norden des Irak befinden sich die Ruinenhügel von Kujundschik und Nebi Jenus. Diese Ruinen gehören zur altmesopotamischen Stadt Ninive.
 Ausgrabungen legten Stadttore sowie Tempel- und Palastanlagen frei, die auf 2.300 v. Chr. datiert werden.

Die Sümpfe

Die Sümpfe waren im Verlauf der Geschichte ein Ort gewesen, an dem viele Menschen auf der Flucht vor ihren Feinden Schutz suchten.
 Nun wurden sie zum Bollwerk der Zanj. Als Sklaven hatten die Angehörigen dieses Volks einst die Sümpfe um Basrah trockengelegt. Im 14. Jahrhundert retteten die Bani-Malik-Stämme den Sohn eines ihrer Wohltäter und gewährten ihm Obdach. Als er erwachsen war, kehrte er an den Euphrat zurück, besiegte seine Feinde und gründete das große Stammesbündnis, das sich unter den Osmanen zu einem selbständigen Staat entwickelte.
 In unserer Zeit haben die Schriften des englischen Reisenden Wilfred Thesiger zur Berühmtheit des Marschlandes beigetragen.
 Als Freund eines lokalen Clanführers kam er bei seinem ersten Besuch mit einem Kriegskanu in die Sümpfe. Seine Eindrücke hat er in bewegenden Worten beschrieben: den Ruf der Gänse, die sich in einem feierlichen Zug bewegenden Kanus, die hinter dem Rauch brennenden Schilfs untergehende Sonne, die schmalen Wasserwege, die sich durch die Sümpfe schlängeln.
 Er erinnert sich an die Schilfgrashütten, die schwarzen, triefend nassen Büffel, das Spiegelbild des Sternenhimmels im dunklen Wasser, an die Kanus, die abends nach Hause kommen - "die Stille einer Welt, die keine Motoren kennt". Bis heute hat sich hier wenig verändert.

Basra umarmt Euphrat und Tigris

Im Jahr 638 wurde auf Geheiß des Kalifen Umar ibn al-Chattab an Stelle der alten persischen Siedlung von General Utba ibn Ghazwan ein Militärstützpunkt und Handelsplatz gegründet.
 Die Araber benutzten den Stützpunkt, um von hier aus das Sassanidenreich zu bekämpfen.
 Um dieses Lager bildete sich die Stadt Basra. Im 18. Jahrhundert wurde wenige Kilometer weiter weg die Stadt Basra neu gegründet.
 Die Überreste des alten Basra und des Stütztpunktes liegen außerhalb der Stadt und sind in Form eines Hügels zu erkennen.
 Am 9. Dezember des Jahres 656 trafen bei Basra die verfeindeten Anhänger des vierten Kalifen und Schwiegersohns des islamischen Propheten Mohammed, Ali ibn Abi Talib, und dessen Gegner aufeinander, die Alis Anspruch auf das Kalifat bestritten.
 Die als „Kamelschlacht von Basra“ in die Geschichte eingegangene Schlacht endete mit einem Sieg der Partei Alis („Schiat Ali“) und begründete damit das seitherige Schisma der Muslime in Schiiten und Sunniten. Aus der Stadt Basra stammt der sehr einflussreiche und frühe Sufi Hasan al-Basri (642–728). Er wirkte vor allem in Bagdad, wo er seine asketische und fromme Sichtweise des Islam lehrte.
 In Basra wirkte auch Al-Hariri (1054-1122), ein arabischer Dichter und Grammatiker, der durch seine Makamen bekannt wurde. Ihren Zenit hatte die Stadt im 8. und 9. Jahrhundert. Bis zur Invasion der Mongolen unter Hülegü im 13. Jahrhundert war Basra ein florierendes Handelszentrum und eine Metropole. Seitdem verlor die Stadt immer mehr an Bedeutung.
 Der Reisende Ibn Battuta fand die Stadt im 14. Jahrhundert größtenteils verfallen vor. Nach den Ilchanen herrschten verschiedene Dynastien über Basra, wie beispielsweise die Dschalairiden, die Safawiden und seit dem 16. Jahrhundert die Osmanen.
 Basra blieb bis zum Ersten Weltkrieg osmanisch und wurde dann von Großbritannien besetzt. Die britischen Besatzer modernisierten die Stadt, worauf Basra zur wichtigsten Hafenstadt des Irak wurde.
 Im Zweiten Weltkrieg war Basra wichtiger Umschlagplatz für Unterstützungsgüter der Westalliierten an die Sowjetunion. Zum Ende des Krieges hatte Basra 93.000 Einwohner. 1964 wurde die Universität von Basra gegründet.
 Die Zahl der Einwohner erreichte 1977 etwa 1,5 Millionen, fiel danach jedoch während des Ersten Golfkrieges zwischen dem Irak und dem Iran möglicherweise auf bis zu 400.000 Einwohner. Während dieses Krieges war Basra hart umkämpft und wurde mehrfach von iranischem Gebiet aus beschossen, fiel aber nie in die Hände der Iraner. Im Zweiten Golfkrieg 1991 wurde Basra durch Luftangriffe der Alliierten erneut stark zerstört. Nach dem Krieg war Basra Zentrum der Revolte der südirakischen Bevölkerung gegen Saddam Hussein. Der Aufstand brach am 2. März 1991 aus und basierte auf dem Versprechen der Bush-Regierung, Saddam Hussein zu stürzen. Nachdem die Aufständischen aber keine Unterstützung von den Alliierten erhalten hatten, starben in Basra mindestens 3000 Menschen.